…oder 3 Tipps für das tägliche Zuhören in der Kommunikation
Sehr gut kann ich mich daran erinnern, wie ich in der Schulbank gesessen habe. Ja, manchmal setzt ich mich noch imaginär und aus Spaß in eine rein und bin im Unterricht. Da fragt die Lehrerin etwas und 2-3 Schüler heben sofort die Hand. Die Lehrerin wartet noch einen Augenblick, es gehen noch zwei weitere Hände hoch. Dann wird der Reihe nach geantwortet. In jungen Jahren kurzsilbig, mit einem, maximal zwei Sätzen. Später folgen längere Ausdrucksformen.
Bereits als kleiner Bub habe ich länger gebraucht, um die Fragen der Lehrer zu verstehen. Selten gehörte ich zu den Ersten, die die Hand gehoben haben. Dieses Wettrennen um Aufmerksamkeit und Annerkennung hat mich überhaupt nicht interessiert. Vielmehr ging es ums Zuhören, Beobachten und vor allem ums Rausfiltern jener Inhalte, die spannend waren, die einen bewegt haben. Und heute?
Zuhören als Strategie
Das Zuhören hat sich zu einer Strategie entwickelt, um eigenen Interessen, kosmische Zusammenhänge, weltliche Reihenfolgen, menschliche Beweggründe zu erkunden. Was haben diese Erlebnisse mit einer Kommunikationsstrategie zu tun?
Vieles. Erster Empfehlung: Zum einen ist das Zuhören – und nicht das Reden – das Herzstück der zwischenmenschlichen Kommunikation. So lange man unauffällig interessiert ist, so lange fühlt sich der Kommunikationspartner wertgeschätzt. Zum anderen steckt im Zuhören viel mehr Potential, Möglichkeiten und Optionen drin als im Reden selbst. Wer spricht, der verschießt sein Pulver.
Tipp 2: Zuhören, statt vermuten
Und so ist eine der häufigsten Kommunikationsfallen die Vermutung (mehr zum Thema Vermutungen: http://www.failandgetup.com/vermutungen-marekgross-lebenskunst/?preview_id=401&preview_nonce=57177db415&preview=true).
Da war mir in jenem Augenblick die Aufmerksamkeit, das Reden wichtiger als das Zuhören. Der Zeitdruck zwingt mich den Anderen zu unterbrechen oder das einfache Desinteresse. Mein Urteil beruht in jener Situation auf einer falschen Vermutung und/oder einer negativen Emotion (Befürchtung/Angst). Das Ergebnis: im besten Fall ein Missverständnis. Wie oft ist Dir vergleichbares passiert?
Unauffälligkeit in der Gruppe
Schließlich empfehle ich drittens und wenn mehrere Personen an der Kommunikation teilnehmen, das zielgerichtete Schweigen zu beherzigen. So lange du deine Karten nicht auf den Tisch legst, bleibt die Spannung aufrecht erhalten.
Konkret: Oft sucht man auf der Arbeit, Daheim, Freizeit oder in der Schule nach einem Konsens innerhalb einer Gruppe. Jede Meinung zählt. Es macht in solchen Situationen ganz viel Sinn zunächst abzuwarten und zuhören. Kurz: Unauffälligkeit ist geboten. Genauer: Welche Interessen verfolgen die anderen? Welche Beweggründe gibt es innerhalb der Gruppe? Wie sind die Lager aufgeteilt?
Es ergibt sich im Laufe der Zeit eine Tendenz, eine Richtung. Sobald diese Tendenz leicht erkennbar ist, kommst du ins Spiel und kannst diese verstärken oder mit einem neuen oder ergänzendem Vorschlag abschwächen. Am Ende ist eine gute Entscheidung, die von der Mehrheit getragen wird, das Fundament der Realisierungsphase. Lange und detaillierte Diskussionen führen oft zu Zweifeln und zermürben den Teamgeist bereits vor der Umsetzung. Wie gut gelingt es dir im Alltag ein Gleichgewicht zwischen Auf- und Unauffälligkeit zu finden?
Macht Sinn? Nein, ist Bullshit? Dann Schreib ein Kommentar mit deinen Erfahrungswerten
Dieser Blogbeitrag enthält die subjektive Sichtweise und Meinung von Marek Gross
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